Regularien

Hier können Sie die aktuelle Satzung des BreGSD und die gültige Berufs-und Ehrenordnung für Gebärdensprachdolmetscher/innen vom Bundesverband der Gebärdensprachdolmetscher/innen Deutschlands e.V. (bgsd) einsehen.

Satzung des Berufsverbandes der Gebärdensprach­dolmetscher/innen Bremen (breGSD)

(Aktualisierte Version laut Beschluss der Jahreshauptversammlung am 12.03.2009)

  1. Name Berufsverband der Gebärdensprachdolmetscher/innen Bremen (kurz: breGSD)
  2. Sitz Bremen
  3. Gründungsdatum 23.05.2003 in Otterstedt
  4. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr
  5. Zweck und Ziele
    1. Förderung und Vertretung der Interessen der Mitglieder.
    2. Förderung des Ansehens des Berufsbildes GebärdensprachdolmetscherIn in der Öffentlichkeit.
    3. Tarifliche Vertretung des Berufsstandes gegenüber Kostenträgern.
    4. Förderung der Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch der Mitglieder untereinander.
    5. Information der Mitglieder über Aus- und Weiterbildungmöglichkeiten.
    6. Enge Zusammenarbeit mit Verbänden und Institutionen, die ähnliche Ziele verfolgen.
  6. Selbstlosigkeit
    1. Die Mittel des Berufsverbandes dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder des Berufsverbandes dürfen in ihrer Eigenschaft als Mitglieder keine Zuwendungen aus Mitteln des Berufsverbandes erhalten.
    2. Die Mitglieder dürfen bei ihrem Ausscheiden oder bei Auflösung oder Aufhebung des Berufsverbandes keine Anteile des Berufsverband-Vermögens erhalten.
    3. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Berufsverbandes fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
  7. Mitgliederversammlung
    1. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig ca. einmal im Monat.
    2. Über die Themen der Mitgliederversammlungen werden in alphabetischer Reihenfolge Protokolle geführt (Ausnahme: Freiwillige übernehmen die Aufgabe). Die Protokolle werden in schriftlicher Form (per E-Mail und per Fax) von der/dem Protokollanten/in versendet. Bei Nichterhalt obliegt die Holschuld jedem Mitglied. Die Protokolle sind mindestens eine Woche vor der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung zu versenden und auf dieser zu genehmigen.
    3. Jede einberufene Mitgliederversammlung wird als beschlussfähig erachtet, wenn mindestens 1/4 der Mitglieder anwesend sind. Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit gefasst.
    4. Ist eine Versammlung nicht beschlussfähig, ist die darauffolgende ordentliche Mitgliederversammlung für die betreffende Abstimmung in jedem Falle beschlussfähig, egal wieviele Mitglieder anwesend sind.
    5. Abstimmungen können auch schriftlich erfolgen. Eine solche Abstimmungsanfrage ist mit einer Frist (von mindestens 24 Stunden) zu versehen, innerhalb derer die Stimmen abzugeben sind. Nach Ablauf der Frist abgegebene Stimmen sowie nicht abgegebene Stimmen werden nicht gewertet.
      Für die schriftlichen Abstimmungen gelten die gleichen Mehrheitsverhältnisse wie bei Abstimmungen auf den ordentlichen Mitgliederversammlungen.
    6. Eine Jahreshauptversammlung, in der u. a. der Kassenbericht Tagesordnungspunkt sein muss, findet im ersten Quartal eines jeden Jahres statt.
      Der Termin für die Jahreshauptversammlung wird auf der letzten Mitgliederversammlung eines jeden Jahres bestimmt und im entsprechenden Protokoll mindestens vier Wochen vor dem Termin den Mitgliedern mitgeteilt.
  8. Organe
    1. Interessenvertreter/innen werden auf obigen Treffen mit einfacher Mehrheit der Anwesenden bestimmt.
    2. Stimmberechtigte Delegierte werden auf obigen Treffen mit einfacher Mehrheit der Anwesenden bestimmt.
    3. Der/Dem Kassenwart/in obliegt die Verwaltung der Berufsverbandskasse. Sie/Er hat über alle Einnahmen und Ausgaben des Verbandes genau Buch zu führen.
    4. Die Kasse wird jährlich durch die/den Revisor/in geprüft. Die/Der Revisor/in hat der Mitgliederversammlung über ihre/seine Prüfung zu berichten und kann die Entlastung der Kassenverwaltung beantragen. Bei begründetem Verdacht hat die/der Revisor/in jederzeit das Recht, die Kasse des Berufsverbands zu prüfen.Organe
    5. Wahlen:
    6. Die/Der Kassenwart/in und Revisor/in werden auf der Jahreshauptversammlung für ein Jahr mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder gewählt.
    7. Die/Der Kassenwart/in darf unbegrenzt wiedergewählt werden. Der/Die Revisor/in muss nach spätestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren wechseln.
  9. Mitgliedschaft
    1. Mitglieder können nur in den Ländern Bremen und Niedersachsen tätige Gebärdensprachdolmetscher/innen werden.
    2. Es gibt nur ordentliche Mitglieder.
    3. Es werden nur Gebärdensprachdolmetscher/innen aufgenommen, die einen Abschluss in den folgenden Ausbildungen vorweisen können:
      1. Diplomstudiengang der Universität Hamburg
      2. Diplomstudiengang der Fachhochschule Magdeburg-Stendal
      3. Diplomstudiengang der Westsächsischen Hochschule Zwickau
      4. Berufsbegleitende Ausbildung am Gebärdensprachdolmetscher-Ausbildungszentrum in Zwickau
      5. Weiterbildendes Studium der Qualifikation zum Gebärdensprachdolmetscher und zur Gebärdensprachdolmetscherin der Fachhochschule Frankfurt am Main
      6. Ausbildung mit Zertifikatsprüfung durch den Gehörlosenverband Berlin e. V. (Projekt SIGNaLE Berlin)
      7. Studiengang Bachelor of Arts (B.A.) der Universität Hamburg
      8. Studiengang Bachelor of Arts (B.A.) der Fachhochschule Magdeburg-Stendal
      9. Studiengang Bachelor of Arts (B.A.) der Westsächsischen Hochschule Zwickau
      10. Studiengang Bachelor of Arts (B.A.) der Humboldt Universität zu Berlin
    4. Sowie diejenigen Gebärdensprachdolmetscher/innen, die die Prüfung zur staatlichen Anerkennung in Darmstadt bestanden haben, sowie diejenigen Gebärdensprachdolmetscher und Gebärdensprachdolmetscherinnen, die die bayrische staatliche Prüfung gemäß der Prüfungsordnung für Gebärdensprachdolmetscher und Gebärdensprachdolmetscherinnen (GDPO) bestanden haben.
    5. Gründungsmitglieder sind diejenigen, die auf der Gebärdensprachdolmetscher/innen-Liste des Landesverbandes der Gehörlosen Bremen e. V. (Stand: 23.05.2003) sind und auf einer Mitgliederversammlung bis zum 01. September 2003 den Antrag auf Mitgliedschaft unterschreiben.
      Wer auf diesen Sitzungen verhindert ist, kann einen schriftlichen Antrag an die Mitgliederversammlung auf Fristverlängerung stellen.
  10. Ausschluss der Mitgliedschaft
    1. Die Mitgliedschaft erlischt durch:
    2. Freiwilligen Austritt. Ein freiwilliger Austritt aus dem Berufsverband muss der Mitgliederversammlung schriftlich bis spätestens 30. November des laufenden Kalenderjahres für das nachfolgende Jahr mitgeteilt werden. Die Mitgliedschaft endet am 31. Dezember des laufenden Kalenderjahres.
    3. Streichung. Die Mitgliederversammlung ist zur Streichung von Mitgliedern bemächtigt, wenn der zum 31.03. des Kalenderjahres fällige Jahresbeitrag trotz Zahlungserinnerung durch die/den amtierende/n Kassenwart/in bis 31.06. nicht gezahlt wurde.
    4. Ausschluss. Wenn ein Mitglied gegen die Ziele und Interessen bzw. die Satzung des Berufsverbandes verstoßen hat, so kann es durch die Mitgliederversammlung mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen werden. Gegen den Ausschließungsbeschluss kann innerhalb einer Frist von 6 Wochen nach Mitteilung des Ausschlusses die nächste Mitgliederversammlung angerufen werden, die abschließend entscheidet.
    5. Tod.
  11. Mitgliedsbeitrag
    1. Der Mitgliedsbeitrag wird mit einfacher Mehrheit bei der Jahreshauptversammlung festgesetzt.
    2. Verwendung: das Vermögen des Berufsverbands ist gemäß dem Zweck und Zielen desselben zu verwenden.
  12. Pflichten der Mitglieder
    1. Berufs- und Ehrenordnung. Die Mitglieder des Berufsverbands erkennen die Berufs- und Ehrenordnung des Bundesverbandes der Gebärdensprachdolmetscher/innen e. V.(BGSD e. V.) an und arbeiten gemäß dieser Grundsätze
    2. Jedes Mitglied verpflichtet sich im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Pflege eines praxisorientierten kollegialen Austausches sowie zu einer aktiven Beteiligung an einer verantwortungsbewussten Nachwuchsförderung.
      Hierzu hat jedes Mitglied dem Berufsverband gegenüber den jährlichen Nachweis zu erbringen, innerhalb eines Jahres mindestens vier Reflexionsgespräche durchgeführt zu haben.
    3. Die Mitglieder verpflichten sich innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren mindestens an zwei Fortbildungen, die im Kontext des Berufes von Gebärdensprachdolmetscher/innen angeboten werden, teilzunehmen und diese Teilnahme dem Berufsverband gegenüber zu belegen.
    4. Jedes Mitglied verpflichtet sich an mindestens vier Treffen im Jahr teilzunehmen.
  13. Satzungsänderung
    1. Für Satzungsänderungen ist eine 2/3-Mehrheit der erschienenen und (durch schriftliches Votum) vertretenen Mitglieder erforderlich. Über Satzungsänderungen kann in der Mitgliederversammlung nur abgestimmt werden, wenn auf diesen Tagesordnungspunkt bereits im Protokoll der vorherigen Mitgliederversammlung hingewiesen wurde und sowohl der bisherige als auch der vorgesehene Satzungstext beigefügt wurde.
  14. Auflösung des Verbandes und Vermögensbindung
    1. Die Auflösung des Berufsverbands kann nur auf einer Mitgliederversammlung vollzogen werden. Im Protokoll der vorangegangenden Mitgliederversammlung muss die beabsichtigte Auflösung des Berufsverbands den Mitgliedern mindestens vier Wochen vor der Versammlung angekündigt worden sein.
      Zu diesem Beschluss ist eine ¾-Mehrheit der erschienenen und (durch schriftliches Votum) vertretenen Mitglieder (von mindestens 50% aller Mitglieder) erforderlich.
    2. Bei Auflösung des Berufsverbands entscheidet die Mitgliederversammlung über die Verwendung des etwa vorhandenen Vermögens mit einfacher Mehrheit.

Berufs- und Ehrenordnung

Präambel:

Diese Berufs- und Ehrenordnung gibt die allgemeine Berufsauffassung über die Rechte und Pflichten von Gebärdensprachdolmetscher/innen und -übersetzer/innen* sowie über deren Umgang untereinander wieder. Sie kann nicht erschöpfend sein und befreit nicht von der Pflicht, in eigener Verantwortung zu handeln und dabei den Sinn der Berufs- und Ehrenordnung zu beachten.

( * im folgenden als GSD/ Ü abgekürzt)

  1. Allgemeine Berufspflichten
    1. GSD/Ü üben ihren Beruf unabhängig, professionell, gewissenhaft, unparteiisch und verschwiegen aus. Sie haben sich der Achtung und des Vertrauens, welche die Stellung und die Aufgabe der Dolmetschenden und Übersetzenden erfordern, würdig zu erweisen.
    2. Des weiteren dürfen sie das Ansehen ihres Berufsbildes und des Berufsstandes nicht gefährden. Dies gilt aber insbesondere bei der täglichen Berufsausübung, auch bei öffentlichen Äußerungen unter Nennung der Berufsbezeichnung.
  2. Eigenverantwortlichkeit
    1. GSD/Ü üben ihre Tätigkeit in eigener Verantwortung aus. Dies erfordert, dass die Berufsangehörigen sich ein eigenes Urteil bilden und ihre Entscheidung selbst treffen. Dies gilt auch für die Tätigkeit von angestellten GSD/Ü.
    2. GSD/Ü können eine Pflichtverletzung nicht damit entschuldigen, dass sie nach der Weisung eines/r Dritten, insbesondere eines Auftraggebers oder einer Auftraggeberin gehandelt hätten.
  3. Fort- und Weiterbildung
    1. GSD/Ü tragen durch Fort- und Weiterbildung für den Erhalt und die Erweiterung ihrer beruflichen Qualifikation Sorge.
  4. Auftragsannahme und Auftragsablehnung
    1. GSD/Ü sind in der Annahme eines Auftrags frei.
    2. GSD/Ü nehmen nach bestem Wissen und Gewissen nur solche Aufträge an, bei denen sie ihre berufliche Unabhängigkeit nicht gefährdet sehen.
    3. GSD/Ü werden nicht tätig, wenn sie in einer strittigen Angelegenheit bereits von anderen Beteiligten in Anspruch genommen wurden oder werden und wenn sie dadurch in eine Interessenkollision geraten.
    4. GSD/Ü werden nicht tätig, wenn sie sich bei ihrer Tätigkeit genötigt sehen, gegen ihre Berufspflicht, das Gesetz oder die Berufs- und Ehrenordnung zu verstoßen.
    5. Die Ablehnung eines Auftrags erklären GSD/Ü unverzüglich.
  5. Auftragserfüllung
    1. GSD/Ü handeln bei der Auftragserfüllung nach bestem Wissen und Gewissen.
    2. GSD/Ü werden nur in solchen Sprachen, Sprachvarianten, Kommunikationssystemen sowie Sachgebieten tätig, in denen sie über ausreichende Kenntnisse verfügen bzw. sich diese im Rahmen der Vorbereitung verschaffen können. Auch tragen sie dafür Sorge, dass sie die für den jeweiligen Auftrag erforderlichen Arbeitstechniken beherrschen. Sobald GSD/Ü erkennen, dass ein Auftrag ihre derzeitigen Fähigkeiten übersteigt, bringen sie dies allen Beteiligten zur Kenntnis.
    3. GSD/Ü halten ihre Terminvereinbarungen ein. Ist ihnen dies aus zwingenden Gründen nicht möglich, so informieren sie die Beteiligten rechtzeitig und pünktlich und bemühen sich um gleichwertigen Ersatz.
  6. Verschwiegenheit
    1. GSD/Ü verpflichten sich, über alles, was ihnen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit anvertraut worden oder bekannt geworden ist, Verschwiegenheit zu wahren, soweit nicht das Gesetz oder Grundsätze der Rechtsprechung Ausnahmen zulassen.
    2. Diese Verpflichtung besteht nach der Beendigung des Auftrags fort und gilt auch gegenüber denjenigen, denen die betreffenden Tatsachen bereits von anderer Seite mitgeteilt worden sind.
    3. Von der Pflicht zur Verschwiegenheit kann nach geltenden gesetzlichen Bestimmungen entbunden werden.
  7. Kollegialität
    1. GSD/Ü dürfen das Ansehen ihres Berufsstandes durch ihr Verhalten nicht gefährden. Sie enthalten sich unsachlicher Angriffe auf die Person anderer Berufsangehöriger in Wort und Schrift.
    2. Sie bewahren bei der Beurteilung der Leistung und Honorargestaltung ihrer Berufskolleg/inn/en taktvolle Zurückhaltung. Kritik an einer fehlerhaften Arbeit ist ohne Schärfe und zunächst gegenüber der betroffenen Kollegin bzw. dem betroffenen Kollegen vorzubringen.
  8. Wettbewerb
    1. GSD/Ü enthalten sich jeglicher Form unlauteren Wettbewerbs.
    2. GSD/Ü enthalten sich aller Maßnahmen, die geeignet sind, Berufskolleg/inn/en aus einem Auftrag zu verdrängen.
    3. Sie versuchen nicht, Mitbewerber/inn/en zu verdrängen, indem sie die üblichen Honorarsätze planmäßig und gezielt unterbieten.
    4. GSD/Ü verwenden nur solche Berufsbezeichnungen und Titel, zu deren Führung sie nach dem Bestimmungen der Gesetze berechtigt sind. Sie benutzen keine irreführenden Titel.

[lt. Verbandsbeschluss die für die Mitglieder des Bundesverbandes der Gebärdensprachdolmetscher/innen Deutschlands [BGSD] e.V. verbindliche Berufs- und Ehrenordnung]