Dolmetschen

Was ist das?

Dolmetscher*innen übertragen Äußerungen aus einer Sprache in eine andere Sprache. Bei Lautsprachen handelt es sich um auditiv-vokale Sprachen. Lautsprachendolmetscher*innen arbeiten ausschließlich in dieser einen Modalität. Gebärdensprachen sind hingegen visuell-gestische Sprachen. Beim Gebärdensprachdolmetschen wird sowohl innerhalb dieser einen Modalität, als auch zwischen beiden Modalitäten gearbeitet. Es wird also einerseits zwischen zwei Gebärdensprachen gedolmetscht oder andererseits zwischen einer Lautsprache und einer Gebärdensprache.

“Da Dolmetschen schwerpunktmäßig für den Augenblick bestimmt ist, muss die jeweilige Aussage im ersten Zugriff erfasst und umgesetzt werden.“ 1 Dolmetscher*innen müssen “deshalb über ein umfassendes sprachliches, fachliches und kulturelles Wissen verfügen, das sie in der jeweiligen Situation in Sekundenbruchteilen abzurufen haben. Vor jedem Einsatz ist daher eine gründliche inhaltliche und terminologische (fachsprachliche) Vorbereitung unumgänglich.” 1

Sowohl hörende als auch taube Gebärdensprachdolmetscher*innen (hGSD und tGSD) arbeiten überwiegend simultan. Das bedeutet, nach Erfassen der ausgangssprachlichen Mitteilung wird diese von dem*der jeweiligen Dolmetscher*in sofort in die Zielsprache übertragen. Dabei entsteht eine geringe Zeitverzögerung (time lag). Dennoch wird es den Gesprächspartner*innen ermöglicht, die Mitteilung nahezu zeitgleich aufzunehmen.

1 BGSD e. V. (Hrsg.), 2002: “Berufsbild für Gebärdensprachdolmetscher/innen und verwandte Berufe”.

GSD sind bei verschiedensten Anlässen tätig. Diese umfassen Vorträge, Besprechungen, Gespräche am Telefon sowie das Übersetzen von Schriftstücken und vieles andere mehr. Im Folgenden sind beispielhaft einige Situationen aufgeführt, wobei kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben wird.

Privater Bereich

  • Behandlungen in Arztpraxen und Krankenhäusern
  • Gespräche bei Ämtern und Behörden
  • Verfahren bei Polizei und Gericht
  • Beratungen und Vertragsangelegenheiten bei Rechtsanwält*innen und Notar*innen
  • Schulunterricht
  • Elterngespräche in Kindergarten und Schule
  • Amtshandlungen in der Kirche und andere religiöse Veranstaltungen
  • Theateraufführungen, Konzerte und Museumsführungen
  • Politische Veranstaltungen
  • Telefongespräche

Beruflicher Bereich

  • Ausbildungen in Betrieben, Berufsschulen, Hochschulen und Universitäten
  • Fort- und Weiterbildungen
  • Teamsitzungen, Dienstbesprechungen und Supervisionen
  • Personal- und Betriebsversammlungen
  • Vorstellungsgespräche und Einarbeitungen
  • Krisen-, Abmahnungs- und Kündigungsgespräche
  • Telefongespräche

… und vieles mehr

In allen Situationen unterliegen GSD gemäß ihrer Berufs- und Ehrenordnung der Schweigepflicht. Somit können Sie sicher sein, dass Informationen, die mit Ihrem Auftrag zusammenhängen, weder vor, während noch nach der jeweiligen Veranstaltung an Dritte weitergegeben werden. Sämtliches Vorbereitungsmaterial, das Sie Dolmetscher*innen für eine Veranstaltung zur Verfügung stellen, wird nach Auftragserfüllung vernichtet.